Kreis Willisau ging ins Kloster
Osterdienstag morgens früh punkt 6 Uhr stiegen die Sängerinnen und Sänger bei der Festhalle in Willisau ein. In Sursee wurden noch ein paar Gäste aus dem angrenzenden Kreis in die Reiseschar aufgenommen. Die wunderbare Frühlingslandschaft erhielt in der Morgendämmerung einen besonderen Effekt. Im Kloster Engelberg angekommen, war die Teilnahme am Konventamt mit den Mönchen unter den wunderbaren Klängen der Chororgel und das Mitsingen zu den österlichen Chorälen ein besonderes Erlebnis.
Gregorianische Gesänge und Klosterbesichtigung
Nach einer Stärkung mit Kaffee und Gipfeli wurde die Reiseschar in zwei wechselnde Gruppen aufgeteilt. In der einen Gruppe war Singen angesagt. Die Stifts-Chorleiterin Ruth Mory-Wigger weihte die Kirchenchörler mit viel Herzblut in die gregorianischen Gesänge ein. Das Choralsingen strahle Ruhe und Harmonie aus, sagte sie, wer sich da richtig hineinbegebe, könne das Wehen des Heiligen Geistes erahnen. Sie erklärte auch die Entstehung der gregorianischen Gesänge. Viele seien aus weltlichen Melodien (z.B. Liebeslieder) in kirchliche Lieder umgeschieben worden. Mit Stolz erzählte sie, wie Mönche und Klosterschüler im Stiftschor gemeinsam die Osterwoche gestalteten.
In der anderen Gruppe übernahm Pater Guido die Führung durch das benediktinische Kloster, welches im Jahre 1120 als Doppelkloster gegründet wurde. Benedikt, der Gründer, lebte zuerst in Einsamkeit, bis er zur Einsicht kam: “Für den Glauben braucht es Gemeinschaft“. Das Kloster betreut heute noch die Seelsorge im Tal. Der Bildung und Tradition verpflichtend steht die Stiftsschule mit Gymnasium, Sekundarschule und Internat. Beeindruckend sind die vielen kulturellen Kostbarkeiten mit geschichtlichem Hintergrund, etwa der Barocksaal, der für Festlichkeiten auch im öffentlichen Bereich dient. Ein besonderes Bijou ist die Bibliothek. Die Bücher sind nach Zeitepochen geordnet. Bei den mehrmaligen Bränden in der Klostergeschichte konnten sie glücklicherweise immer gerettet werden. Besonders beeindruckend ist, wie mit einer Vogelfeder Texte, Initialen und Musiknoten auf Pergament geschrieben wurden. In der Zeit, wo noch wenige Leute lesen und schreiben konnten, hatten auch die Bilder einen besonderen Stellenwert. Auf der Westempore in der Kirche steht die grösste Orgel der Schweiz. Sie besitzt 9097 klingende Pfeifen für 137 Register, die sich auf vier Manuale und das Pedal verteilen. Speziell für die Reisegruppe liess der Organist höchste musikalische Leckerbissen ertönen.
Mit den Hymnen und Psalmen in der Kirche und dem anschliessenden feinen Mittagessen wurden die Kirchenchörler in die klösterliche Gemeinschaftt einbezogen. Monika Huber dankte der Klostergemeinschaft herzlich für die guten Begegnungen und die Gastfreundschaft, welche sicher auch viel Rücksichtnahme erforderte.
Gemütliches Nachmittagsprogramm
Nach einem kurzen Zwischenhalt in Stans ging die Fahrt weiter nach Hergiswil am See ins „Roggerli“. Hier wurde die Reisegruppe nicht unbedingt als Kirchenchor wahrgenommen. Unter der Leitung von Elmar Birrer, Willisau, und in Begleitung seiner Gitarrenklänge wurden viele lustige, fröhliche und altvertraute Lieder gesungen – berauschend schön! Nach dem feinen Zvieri fand mit der Heimfahrt die in jeder Hinsicht gelungene und erlebnisreiche musikalische Tagesreise ihren Abschluss. m.b.-k.