Herbstausflug 2019 KKVL Kreis Willisau

Orgel in der alten Mühle in Cormoret
Die Organistin Anne Chasseur spielte sich in die Herzen der Chörler aus dem Luzerner Hinterland

Gut 40 Kirchenchormitglieder aus dem Kreis Willisau des Katholischen Kirchenusikverbandes Luzern folgten der Einladung zum Besuch des Salon de musique im Berner Juradorf Cormoret, der vor gut einem Jahr von Anne Chasseur und François Rosset eröffnet wurde.

Das Instrument Orgel und die Orgelmusik den Leuten näher zu bringen war die Idee der belgischen Organistin Anne Chasseur. Diese Idee konnte sie mit ihrem Lebenspartner verswirklichen. Dazu brauchte es eine Orgel und ein Gebäude. Die Orgel fanden die Beiden im Deutschen Trier, das Gebäude dazu im kleinen Berner Juradorf Cormoret mit dem Kauf der ehemaligen und über 400  Jahre alten Mühle. Daraus entstanden ist der Salon de musique Cormoret, von dem die Initiantin der Reise, Monika Huber über die Rekognoszierung  des Herbstausfluges hell begeistert waren und damit eine grosse Sängerschar  für  den Besuch motivieren konnten. Schon die erste Begegnung mit der Orgel  bot einen reizvollen optischen Auftakt mit dem Blick auf den im Parterre der Mühle plazierten, zweimanualigen Spieltisch  und den zu vier Einheiten zusammengesetzten 24 Registern mit insgesamt 1528 Pfeifen auf einer „Rundempore“ im ersten Stock der Mühle. Ein nicht alltägliches Bild bildeten zudem die offen plazierten  Pfeifenregister, sowie die komplizierten Windverbindungen zwischen dem Blasbalg und den Pfeifen.  Und so waren die Chörler natürlich gespannt auf die Klänge der Orgel. Mit vier Flötenuhrstücken von Josef Haydn stellte die Organistin Anne Chasseur, die in höheren Tönen gestimmten Register vor. Aeusserst  spannend war dann ein Stück von Paganini  für pedal solo, in dem sie ihre Fussspieltechnik überzeugend präsentierte. Ein weiterer muskalischer Höhepunkt bot die Toccata von Eugène Gigout, über die die Brillianz des Spiels und die Qualitäten der Orgel weiter vorgestellt werden konnten. Die Organistin stellte dann  auf der Empore die technischen Details der Orgel vor und stellte  die Frage nach dem Alter der ersten Orgel, die als Wasserorgel vor gut 2300 Jahren in Aegypten von Ktesibios gebaut wurde. Da darf auch daran erinnert werden, dass in Avenches ebenfalls eine Wasserorgel  aus dem 1. Jahrhundert n.Chr. bekannt ist. Nach dem Mittagessen, das im Konzertraum serviert wurde, ging das Programm weiter mit dem Concerto in a Moll von Bach und mit einer Bearbeitung durch Vivaldi, das mit einem gewaltigen Allegro  im 1. und 3.Satz  und einem ruhigen Adagio im Mittelsatz zu begeistern wusste. An Bach erinnerte  die Fantasie und Fuge über das  Thema B.A.C.H.  Das Werk  komponierte  Franz Liszt (1811-1886)  für Klavier in zwei Varianten.  Gut 100 Jahre darnach bearbeitete der französische Organist Jean  Guillou (1930-2019) die beiden Fassungen zum Spiel auf der Orgel, die die Organistin als höchst anspruchsvolles Werk für Hände, Füsse und Kopf und ihr enormes technische und musikalisches Können als Schlusspunkt ihres Einsatzes  vorstellte. Pfarrer Martin Walter  überraschte die Chörler  mit seiner Improvisation  einen ruhigen musikalischen Kontrast, dem  mit ihm nochmals an der Orgel  die Kirchenchorsänger –und Sängerinnen das grossartige Erlebnis „Salon de musique Cormoret „ mit zwei Lieder beendete

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