Stimmbildung mit Aurore Baal
Der regionale Singabend in Luthern wurde erstmals mit Aurore Baal, der neuen Kantonaldirektorin KKVL, durchgeführt.
Die Kirchenmusik bewege Sängerinnen und Sänger und vor allem Zuhörende schon noch, sagte die Musikerin Aurore Baal nach dem Gesangsabend in Luthern. Sowohl die Organisatorin und Präsidentin des KKVL Kreis Willisau, Monika Huber, wie Aurore Baal zeigten sich erfreut über den guten Besuch der Veranstaltung. Es baute sich innerhalb kurzer Zeit eine kameradschaftliche Beziehung zwischen dem ad hoc-Chor mit rund 60 Sängerinnen und Sänger und der Dirigentin auf. Die gut deutsch sprechende Französin, geboren in der Normandie-Stadt Caen, legt grossen Wert als Kantonaldirektorin auf die Zusammenarbeit mit den Chören. So war sie denn auch begeistert von dem erstmaligen Zusammentreffen mit Chormitgliedern aus dem Hinterland. Die Sängerinnen und Sänger hätten gut mitgemacht und durch ihre Freude am Singen in einem grösseren Chor, einen bereits schönen Chorklang entwickelt. Dazu trug auch die interessante Auswahl von vier Liedern in französischer, griechischer und lateinischer Sprache bei. Also alles sakrale Werke mit noch erlebbarem gregorianischem Hintergrund. Einfachheit und Tiefgründigkeit waren dabei die Merkmale des ersten Liedes des Abends, „Ouvre mes yeux, Seigneur“ und der Chor Eingang in die von Baal wichtige Musikalität fand. Dass kulturtragende Liturgiegesänge wie ein Kyrie auch in neuzeitlichen Kompositionen Eingang finden, erlebte der Chor eben mit dem Kyrie aus der Missa Simplex des 1964 geborenen, lettischen Komponisten Rihards Dubra. Das Werk des amerikanischen Komponisten Robert Jef mit dem französischem Text „Le seigneur est ressuscité“ (Der Herr ist auferstanden) bot dem Chor die Gelegenheit , die einzelnen Stimmen in führende Position in Begleitung der übrigen Stimmen zu bringen. Einen ebenso schönen Abschluss des Abends brachte das „Anima Christi“ des 1954 geborenen italienischen Komponisten Marco Frisina, der auch ein bekannter Filmmusiker ist. Das in lateinischer Sprache gesungene Werk geht auf ein eindrückliches Gebet aus dem 14. Jahrhundert zurück und bot dem Chor wiederum ein herzhaftes Singen über Registersolis in abwechselndem Einsatz der Männer- und Frauenstimmen.
Den Kirchenchören im KKVL steht mit Aurore Baal somit eine äusserst kompetente Kirchenmusikerin zur Förderung der Kirchenchöre zur Verfügung. Seit 2017 ist Baal Hauptorganistin in der Zuger Pfarrei St. Michael. Das Luzerner Hinterland lernte sie näher kennen über ihren Einsatz als Kirchenmusikerin in Dagmersellen von 2012 bis 2017. Daraus entwickelte sich auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Kirchenchorleiter von Dagmersellen, Simon Jäger.
Text + Fotos: Rolf Bleisch