Liedtag

Romero-Haus in Luzern

Singen für eine gerechte Welt

Am 8. November 2014 findet im RomeroHaus in Luzern unter der kundigen Leitung von Tom Löwenthal, Dirigent und Komponist aus Amsterdam, ein Liedtag zum Vermächtnis von Huub Oosterhuis, diesem engagierten Kämpfer für eine gerechtere Welt, statt. Begleitet wird Löwenthal von Kees Kok, Theologe und seit über 30 Jahre einer der engsten Mitarbeiter von Oosterhuis, sowie von Henri Heuvelmans, seit vielen Jahren ständiger Pianist der Amsterdamer Studentenekklesia und ebenfalls Komponist.

Huub Oosterhuis (1933) ist im deutschen Sprachraum durch seine engagierten und sozialkritischen Lieder bekannt geworden, die im spirituellen und religiösen Gedankengut von Befreiungstheologie und Gesellschaftskritik begründet sind. Seine Liedtexte sind überaus poetisch und zugleich ausgesprochen kämpferisch. Sie halten die biblischen Träume und Hoffnungen nach einem gerechten und befreiten Zusammenleben wach und verweisen auf die Utopie einer Welt, in der alle Platz haben, auch die Natur.

Huub Oosterhuis, Dichter, Priester und ehemaliger Jesuit, ist seit 1960 als liturgischer Textdichter verbunden mit der Amsterdamer Studentenekklesia, einer ursprünglich katholischen Studentengemeinde. Seit er 1958 sein erstes Kirchenlied schrieb – das auch ins Deutsche übersetzte Zolang er mensen zijn op aarde ('Solang es Menschen gibt auf Erden') –, ist aus seiner Zusammenarbeit mit bekannten Komponisten ein Oeuvre von mehr als sechshundert Werken entstanden: strophische und freie Lieder, Wechselgesänge, Kanons, gesungene Gebete, Fürbitten und eucharistische „Tafelgebete“ (Tischgebete, Hochgebete), ganze Liturgien und eine Reihe von Oratorien, Requiems und Passionen.

Die verschiedenen (semi-)offiziellen Liedersammlungen für die katholische Liturgie in den Niederlanden bestehen heute zu einem Drittel bis über die Hälfte aus Liedern von Oosterhuis. Auch in Deutschland und der Schweiz sind einige (ältere) Lieder in katholische und evangelische Gesangbücher aufgenommen. Das wohl bekannteste Lied ist das schlichte 'Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr'. 2009 erschien auf Deutsch das Buch „Du Atem meiner Lieder: 100 Gesänge für die Liturgie“ (Herder).

Der Liedtag „Singen für eine gerechte Welt“ richtet sich an Chöre und EinzelsängerInnen, MusikerInnen und ChorleiterInnen, aber auch an theologisch Interessierte und Menschen, die auf der Suche sind nach neuen spirituellen und liturgischen Formen. Neben der Einübung der Lieder – darunter auch neue und unbekannte – geht es auch um eine Auseinandersetzung mit der ihnen zugrundeliegende Theologie, sowie die liturgische Verortung von Text und Melodie. Deshalb soll der Liedtag mit einem gemeinsamen Gottesdienst abgeschlossen, und am Vorabend mit einem Vortrag zur Theologie von Huub Oosterhuis eingeleitet werden.

Vortrag zu Huub Oosterhuis und seiner Theologie durch Kees Kok:
Freitag, 7. November, 19.30 – 21.00 Uhr, RomeroHaus, Kreuzbuchstrasse 44, 6006 Luzern.


Tag zu Liedern von Huub Oosterhuis, unter Anleitung von Kees Kok, Tom Löwenthal und Henri Heuvelmans:
Samstag, 8. November, 09.30-18.00 Uhr. RomeroHaus Luzern.
Kosten (schliessen Pausengetränke und Mittagessen, sowie Unterlagen ein):
Für Chöre bei fünf oder mehr Mitgliedern eines Chores, pro Person 50 CHF; für einzelne TeilnehmerInnen, pro Person 80 CHF; für Studierende, pro Person CHF 50.
Vortrag am Vorabend: CHF 20, pro Person; für Teilnehmende des Liedtages gratis.

Weiter Informationen:
www.romerohaus.ch
bildung@romerohaus.ch